Warlords of Afghanistan click here to buy postcards
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General Rashid Dostum
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Uzbek Warlord

Dostum war einer der herausragendsten und fähigsten Generäle im Mujahideenkrieg gegen die Sowjetunion. Aus ärmlichen Verhältnissen stammend ging Dostum zur Ausbildung in die Sowjetunion und bald begannen sich seine politischen Möglichkeiten in der militärischen Leistungsgesellschaft abzuzeichnen. Er gelang als Oberhaupt der Jowjzan, einer usbekischen Miliz, die mit Schnellfeuergewehren des Typs AK47 auf Pferden zu kämpfen pflegten, zu Macht und Ansehen. Dostum ist ein standhafter Feind des islamischen Fundamentalismus, da dieser den Genuss von Frauen und Whiskey zu verhindern sucht. Dostum besaß eine Gabe im Schlachtfeld, die lediglich mit der Masuds vergleichbar ist und verfügte gleichzeitig über eine politische Anpassungsfähigkeit die einzigartig unter afghanischen Warlords war. Fast ein Jahrzehnt herrschte er durch die Sowjets gestützt über ein unabhängiges Königreich im Norden mit schwerer aber ebenso versierter Hand.

Gelegentlich aufgrund seiner stämmigen Figur und seines bombastischen Auftretens als “Der Ringkämpfer” bezeichnet, zermalmte Dostum einen Dieb unter den Läufen eines Panzers und erschreckte einen Gefangenen durch seine furchteinflössende Lache zu Tode. Wenn seine Männer zögerten, konnten die „Green Berets“ beobachten, wie Dostum ein Luftabwehrgeschütz alleine attackierte. Bei Mazar-e-Sharif sprang er von seinem Pferd, um sich zum führenden Panzer der Taliban aufzumachen und kurzer Hand den Mann im Geschützturm eigenhändig zu erschlagen. Diese Taten sind Teil seiner heroischen anmutenden Führungskraft im Kampf, welche ihn dazu befähigte gewöhnliche Milizen in schlagkräftige Streitkräfte zu verwandeln. (US-amerikanische Generäle verzichteten auf die Führung an der Front und fungierten nicht oberhalb der Leutnantsebene, dem niedrigsten Offiziersgrad.) Neben seinem Ruf als aggressive Führungspersönlichkeit genoss es Dostum ferner, seine Feinde mit geistreichen Drohungen über Funk in Schrecken zu halten. Er ignorierte beispielsweise die technischen Feinheiten der Laserzielsteuerung und berichtete den Taliban verkürzend, dass die Amerikaner einen „Todesblitz“ besäßen. Ferner in Anspielung auf die Frauenfeindlichkeit der Taliban prophezeite er ihnen einen unehrenhaften Tod durch eine weibliche Pilotin, die er als „Todesengel“ bezeichnete. Dostum war ein Furcht einflößender Feind für seine Gegner. Er konnte jedoch auch Mitgefühl empfinden. Bei der Einkesselung tausender Taliban in Kunduz plädierten die „Green Berets“ auf eine Auslöschung dieser durch ein Bombardement. Dostum allerdings machte sich in die Stadt auf, um über eine Aufgabe zu verhandeln.

Nach einem Jahrzehnt des Bürgerkriegs stand Dostum im Jahre 2002 in der Gefahr, der Kriegsverbrechen angeklagt zu werden und so kam es, dass er rasch seinen Kampfanzug gegen einen Zweiteiler tauschte, um auf diesem Wege politische Bündnisse mit dem Staatsführer Karzai zu schmieden. 2004 kandidierte Dostum als Präsident erreichte aber lediglich 10% der Stimmen. Ein Sieg war unmöglich. Dennoch offenbarte er dadurch seinen Willen den Kampf um die Stimme der Bevölkerung aufzunehmen und er ist somit der einzige Warlord, dessen Legitimität sich durch die Bevölkerung gestützt sieht. Hamid Karzai ernannte Dostum kürzlich zum Stabschef für die neu aufgebaute nationale Armee, denn Karzai braucht einen starken Partner für den Kampf gegen die Rebellen im Panjirtal unter der Führung von Fahim. Sollte Afghanistan erneut in die Niederung des Kriegs zurückkehren, wird Dostum eine wichtige Rolle zuteil werden.